Klima- und Umweltnotstand! Verbrauch hinterfragen

Klima- und Umweltnotstand! Verbrauch hinterfragen

14. Juni 2019 Eckpunkte Kommunalwahlprogramm 0

Nachhaltigkeit

Die ökonomische Aspekte bei Nachhaltigkeitsentscheidungen müssen hintenan gestellt werden. Natürliche Ressourcen lassen sich nur einmal verbrauchen, hierbei sollten alle relevante Entscheidungen die möglichen Auswirkungen bis mindestens auf die siebte Generation berücksichtigen.

Flächenversiegelung

Kein weiterer Neuausbau von Kreisstraßen soll gefördert werden, sondern ein Rückbau von wenig frequentierten Kreisstraßen in Betracht gezogen werden. Der Ausbau von Tiefgaragen statt oberirdischer, asphaltierter Stellplätze muss gefördert werden.

Anstatt in die Breite soll in die Höhe gebaut werden, bestehende Gebäude können zum Teil mit wenigen Mitteln aufgestockt werden.

Umwelt

Der Schutz des Ebersberger Forstes steht an erster Stelle vor dem Ausbau von Windkraftanlagen und Straßen, wir schließen uns hiermit dem Standpunkt der Naturschutzabteilung des Landratsamtes an.

Zusätzlich fordern wir eine ökologische Aufwertung des Forstes, z.B. durch Moorflächen
und Brutstellenangebote für Wildvögel und Fledermäuse.

Sollten dennoch Windkraftanlagen im Ebersberger Forst gebaut werden, ist eine maximale Nutzung anzustreben (30 Anlagen bis 2030). Die 10H-Regelung blockiert Klimaschutz. Wir wiederholen deshalb die Forderungen nach der Aufhebung der 10H-Regelung und für den Ausbau der Windkraft im Landkreis unter Mitwirkung und Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger.

Die Konzentrationsflächenplanung ist fortzusetzen mit dem Zusatz, dass Kommunen in ihrem eigenen Ausbau nicht behindert werden sollen

Landwirtschaft

Die bestehenden landwirtschaftlichen Bauten dürfen nicht weiterhin in die Außenbereiche der Gemeinden verdrängt werden. Die landwirtschaftliche Betriebe müssen innerorts erhalten und nicht in teuren Gewerbe- oder Wohnraum verwandelt werden.
Der Reitsport sollte nicht der Landwirtschaft gleichgestellt sein und die gleichen Vorteile bei Neubebauung genießen dürfen.

Artenvielfalt und Insektenschutz

Es müssen vermehrt wilde Grün- und Forstflächen geschaffen werden.

Aktuell wird vorwiegend die Haltung der Honigbienen gefördert, dadurch entsteht ein Ungleichgewicht (Futterneid) zu Lasten der Wildbienen, Schmetterlingen und anderen Insekten. Daher fordern wir eine restriktive Vergabe an Imkerplätzen, wobei eine Bevorzugung von Bio-Imkern vorausgesetzt wird. Die bestehenden Imker sollen die Auflage bekommen, hochwertige Wildnistplätze bereitzustellen.

Energie

Die aktuelle Arbeit der Energieagentur ist anzuerkennen und sollte unterstützt werden. Der Wechsel zu regionalen, kommunal verwalteten Stromanbietern muss begünstigt und belohnt werden.

Über z.B. Eberwerk können Anreize für sparsamen Verbrauch geschaffen werden, z. B. keine Grundgebühr oder die Stärkung von autarken Energiehaushalten.

Wir verlangen ein Verbrauchsmonitoring und die Erfassung nach Art des Energieverbrauchs für Kommunen, es sollen die Kommunen belohnt werden, die einen sparsamen Verbrauch haben bzw. selbst Erzeuger von Energie sind.

Plastik, Abfall, Ressourcen

Wir fordern, den Einsatz von Plastik im Landratsamt drastisch zu reduzieren.

Zudem sollte das Landratsamt verpackungsfreie Läden unterstützen, z.B. durch Bereitstellung von Räumlichkeiten, Einladung zum runden Tisch, als Kunde und Multiplikator.