Gleichstellung

Gleichstellung

14. Juni 2019 Eckpunkte Kommunalwahlprogramm 0

„Ohne Frauen ist kein Staat zu machen!”

Noch immer werden Frauen schlechter bezahlt, in Bayern 27% weniger im Schnitt. Insbesondere alleinerziehende Frauen arbeiten oft im Niedriglohnbereich, rund die Hälfte von ihnen ist armutsgefährdet. Im Alter droht dann Altersarmut. In kommunalen Gremien und Vorständen sind Frauen unterrepräsentiert. Das ist für uns nicht hinnehmbar! DIE LINKE setzt sich für die vollständige Gleichstellung der Frau ein. Haus- und Fürsorgearbeiten leisten Frauen im Schnitt doppelt so viel wie Männer. Diese deutliche Mehrbelastung wollen wir aufbrechen. Kinderbetreuung und die Pflege von Angehörigen wollen wir kommunalisieren, das heißt zum Beispiel die Einführung von flächendeckenden kostenlosen Kitas mit flexiblen Betreuungszeiten.

Politische Ämter und Mandate sollen zur Hälfte mit Frauen besetzt werden, das gilt insbesondere für die obersten Verwaltungsebenen. Kommunale Stellenausschreibungen sollen geschlechtsneutral stattfinden. In allen Kommunen müssen Frauenbeauftragte installiert werden, die mit den notwendigen finanziellen Ressourcen ausgestattet sind. Insbesondere in den Gebieten auf dem Land muss diese Struktur weiter ausgebaut und gezielte Frauenförderung betrieben werden.

Es wird höchste Zeit, dass die Frauenhäuser endlich angemessen finanziert werden. Es darf nicht sein, dass Frauen in Not wegen ungeklärter Finanzierung oder fehlenden Platzen abgewiesen werden.

Da für DIE LINKE die sexuelle Selbstbestimmung des Menschen selbstverständlich ist, sind Kürzungen von Subventionen bei Beratungsstellen wie z.B. Pro Familia mit uns nicht zu machen. Für ALG II Bezieherinnen sollten die Kommunen Verhütungsmittel zusätzlich zum Regelsatz finanzieren, damit jedes geborene Kind ein Wunschkind wird. Sollte eine Frau eine Schwangerschaft abbrechen wollen, ist ihr auf Wunsch von Seiten der Gesundheitsämter Information und Unterstützung zu gewähren.

Für Frauen, die Schwangerschaftsabbrüche vornehmen müssen oder wollen, besteht in Bayern eine dramatische Unterversorgung. Aus Anbiederung an frauenfeindliche Ideologien haben zahlreiche Kommunen ihren Kliniken die Durchführung von Schwangerschaftsabbrüchen untersagt. Dies hat dazu geführt, dass es in Bayern zahlreichen Regionen gibt, in denen es keine Ärzt*innen gibt die Abbrüche vornehmen oder Frauen dazu weite Strecken zurücklegen müssen. DIE LINKE setzt sich in den Kommunen und Gemeinden für einen einfachen Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen und eine wohnortnahe Versorgung von Frauen ein.